12.09.2020

Ennet der Grenze unterwegs

Der Tagesausflug hat die Koblenzer Männerturner in den nahegelegenen Südschwarzwald nach St. Blasien und an den Schluchsee geführt.

(fs) – Am diesjährigen Termin für die Turnfahrt – zweiter Samstag im September – wurde laut Vorstandsbeschluss per Telefonkonferenz festgehalten. Das Reiseziel war eine Gegend, die mancher der 17 Teilnehmer von früher vom Rad-, Ski- und Laufsport bestens kannte. Die Organisatoren Daniel Rota und Stephan Schilling stellten ein abwechslungsreiches Programm zusammen. Dafür planten sie genügend Zeit ein. Dies sollte sich als nützlich erweisen.

Morgens um viertel vor acht Uhr stand beim Parkplatz vis-à-vis vom Gasthof „Blume“ der Komfort-Car wie im Vorjahr zum Einsteigen parat, einzig mit der neuen Eurobus-Beschriftung. Nach der offiziellen Begrüssung betraf die Durchsage des Chauffeurs die in Deutschland geltende Maskenpflicht, was gewisse Einschränkungen bewirkte. Ueber das Zollamt Waldshut ging es auf der Bundesstrasse 500 via Höchenschwand nach Häusern ins Hotel „Albtalblick“. Dort gab es Kaffee und Gipfeli.

Dom-Besichtigung in St. Blasien

Während des einstündigen Rundganges durch das kirchen- und kunsthistorisch bedeutsame Bauwerk war von Hanskarl Link viel Wissenswertes zu erfahren. Es handelt sich um einen Kuppelbau im frühklassizistischen Stil, und mit 36 Metern im Durchmesser und 62 Metern Höhe ist er der Grösste seiner Art nördlich der Alpen. Die Kuppelkirche entstand, nachdem die Vorgängerkirche – eine zweitürmige Barockkirche – im Jahr 1768 abgebrannt war. Die älteste Verbindung datiert in das Jahr 1250, als die Benediktinerabtei für ihre Besitzungen an Aare, Surb und Limmat eine Propstei in Klingnau errichtete. Diese historischen Bande haben durch alle Zeiten und Widrigkeiten hindurch gehalten. Nach beiden Weltkriegen kamen die St. Blasier in den Genuss reicher Lebensmittelspenden aus dem eine halbe Autostunde entfernten Klingnau.

Leinen los auf dem Schluchsee!

Das nächste Ziel wurde nach zügiger Busfahrt erreicht. Ueber die Staumauer ging es zu Fuss zur Anlegestelle. Während der Wartezeit bot sich die Gelegenheit, sich an den Tafeln zu informieren. Der Schluchsee ist der Höchstgelegene in Deutschland mit Schifffahrtsbetrieb. Auf der idyllischen Rundfahrt wurde beim Strandbad, Hafen in Aha und Unterkrummenhof angelegt. Der Tischnachbar zur linken erklärte mit Blick auf die vorbeirauschenden Segelboote den fachspezifischen Ausdruck „Spinnaker“. Zum rustikalen Mittagessen nahm die Gruppe ausserhalb der gleichnamigen Vesperstube am reservierten Holztisch Platz. Beim zahlreichen Andrang war Selbstbedienung angesagt. Die Abklärung des Präsidenten ergab ein gestaffeltes Fassen vom „badischen Dreierlei“. Das Menue bestand aus Siedfleischsalat, Brägele (auf Hochdeutsch Bratkartoffeln) und Kräuterquark.

Streckenänderung mit Folgen

Eigentlich war vorgesehen, die dreieinhalb Kilometer nach Aha gemütlich als Verdauungsspaziergang zurückzulegen. „Wenn wir das gewusst hätten, wären wir mit dem Chauffeur auf dem Seeweg zum Ausgangspunkt zurückgefahren“, meinten die älteren Semester. Wegen kurzfristiger Aenderung führte die Wanderroute bei drückender Hitze bergauf in Richtung Aeule, wo im Gasthof „Rössle“ die telefonische Tischreservation für draussen aufgegeben wurde. Schliesslich kamen alle an, die Letzten mit dem herbeigerufenen Car. Die Strapazen waren vergessen, als die Dessertteller mit Coupes und Schwarzwäldertorte serviert wurden. Einzig wegen der Wespenplage herrschte Vorsicht. Jedenfalls hatte auch die Chefin ihren Spass an der Gästeschar. Dies tat sie kund, nachdem jeder einzelne an der Kasse in der heimeligen Wirtsstube seine Konsumation bezahlte.

Wasserfälle bei Menzenschwand

Auf der kurvenreichen Landesstrasse wurde das Aeulemer Kreuz überquert, mit einer Passhöhe von 1‘137 Metern über Meer. Von dort ging es steil hinunter nach Menzenschwand zum Bergbeizli „Zum Kuckuck“. Dahinter befinden sich die bekannten Wasserfälle, welche das Gletscher-Trogtal im Norden abschliessen. Durch vom Feldberg kommende Wasserfluten entstand während und nach der Eiszeit eine Schlucht mit bis zu 30 Meter hohen Felswänden. Das Naturgebilde ist bei unterschiedlichen Lichtverhältnissen ein prima Foto-Sujet. Bis zur planmässigen Busabfahrt blieb noch Zeit zur Einkehr in der schattigen Gartenwirtschaft. Gemäss Routenplaner hätte die Retourfahrt 40 Minuten dauern sollen. Wegen eines Verkehrsunfalles bei Tiefenhäusern verspätete sich die Rückkehr etwas. Dennoch kamen die Teilnehmer noch bei Tagheiterung nach Hause. Als Nachtrag gilt es zu erwähnen, dass im Bus zwei Mützen liegen geblieben sind.

Text zum Foto: Die Koblenzer Männerturner bei der Dom-Führung in St. Blasien